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Teilweise aus der alten Webseite


2000 Verdun
Klicken Sie bitte hier für weitere Archiv Bilder ab 1983:


1987
Aktive Mitglieder des Clubs in ihren prächtigen stillechten Uniformen hatten eine längere Szene im Rittersaal der Burg Rheinstein darzustellen....
2014
"Bambergers wilder Haufen" wurden sie genannt und machten ihrem Namen alle Ehre; unter Führung ihres Festungskommandanten Caspar Bamberger (Präsident Manfred Hofmeyer) zogen die lautstarken Scharen durch Edesheim/Pfalz ...

Reichsfeldmarschall-Leutnant Rheingraf Carl August von Salm-Grumbach Geschichte der ehemaligen Reichsfestung Philippsburg im Wandel der Zeit. Der zentrale Teil des 5,62 x 4,35 m großen Modells. Originalgetreue Kopie des französischen Modells. Das Kugeldenkmal von 1846 auf dem Marktplatz in Philippsburg
Im Jahr 1846 wurde zu einer Geldsammlung für ein Denkmal aufgerufen...
Literatur
Die Historie unserer Stadt ist in unterhaltsamer Weise dargestellt. Unter anderen im Das Bollwerk von Uli Pfitzenmeier

2015
Theaterstück:
"Die schwarze Lillie" Historienspiel anlässlich 400 Jahre Spatenstich zum Udenheimer Festungsbau 1615
1990 und 2005
Theaterstück:
"Das Philippsburger Schlossgesindel" ...vom Kommandanten, der den ungeliebten Haufen armseliger und weltvergessener Menschen unter seine Obhut nahm und ...
2002
Theaterstück:
"Die schwarze Krähe"
Im 14. Jahrhundert hatte sich, (...), das Streben nach gänzlicher Unabhängigkeit – gegenüber Fürsten und Grafen - kundgetan.
1999
Theaterstück:
"Der letzte Kommandant"
Rheingraf von Salm hat für den Wiederaufbau gesammelt, nach dem Philippsburg zerstört wurde...

2014

       

Philippsburg - 23.09.2014.
Salm-Club Musketiere beim Festumzug in Edesheim/Pfalz

Im Jahre 713 erstmals urkundlich erwähnt, durfte die Gemeinde Edesheim in diesem Jahr, vom 5. bis zum 8. September 2014, im Dorf, auf den Straßen und in den alten Winzerhöfen, ihr 1300-jähriges Jubiläum feiern.

Einer der Höhepunkte im Rahmen der Festlichkeiten war der historische Festumzug. Mit von der Partie auch die Musketiere vom Club Rheingraf von Salm mit der Feder im Hut, Spieß voran und drauf und dran.

"Bambergers wilder Haufen" wurden sie genannt und machten ihrem Namen alle Ehre. Unter Führung ihres Festungskommandanten Caspar Bamberger (Präsident Manfred Hofmeyer) zogen die lautstarken Scharen wie einst zu Beginn des 30-jährigen Krieges waffenklirrend und grölend durch die Dorfgassen - voran der Trommelbube - und hinterher der Tross, die Weiber und Marketender.

Sie kamen gut an, die aus der Festungsstadt "vun driwe"; es gab immer wieder Szenenapplaus und mancher "Schobbe" aus den Straßenschänken rieselte genussvoll durch die durstigen Kehlen. Zur Stimmung beigetragen haben auch die Weissagungen der Zigeunerin aus der "Bagage", die mit dem einen oder anderen am Wegesrand ihr Späßchen trieb, manchen Kreuzer einheimste und in ihrem Busen verschwinden ließ.

Im schattigen Garten beim Weingut Anselmann wurde letztendlich der Marsch durch Edesheim beendet und Station gemacht. Bei Labung und Trunk nach "Pfälzer Art" wurden die verbrauchten Energien schnell wieder aufgefrischt und danach frohgelaunt nach "Landsknechts Art" zum Heimweg gesammelt.

U. Pfitzenmeier

Quelle: http://www.lokalmatador.de

 

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1990

Jubiläumsschrift

Umschlaggestaltung:
Manfred Bentz
Jubiläumsschrift des (damals=1990) seit 30 Jahren existierenden "Club Rheingraf von Salm".
Herausgeber: Club Rheingraf von Salm e.V. Philippsburg im Selbstverlag
Schriftsteller: Manfred Bentz, Dr. Rudolf Futterer, Ekkehard Zimmermann

- - - -
Der Salmclub auf den Spuren
von Heinrich Hansjakob, 1989
Foto: M. Reeb
Foto: Kapuzinerkloster Haslach

Bilder von dieser
Jubiläumsschrift:

Heinrich Hansjakob (1837-1916) war ein
katholischer Geist-
licher, badischer
Heimatschriftsteller,
Historiker, Politiker.

Durch seinen Besuch anno 1903 und besonders durch seine Verbindungen zum ehemaligen Bürgermeister, Landtagsabgeordneter, Historiker und Lyriker Hieronymus Nopp (1832-1893) ist Heinrich Hansjakob den Philippsburgern bestens vertraut. Quelle: Hansjakob-Brief Nr. 71.

 

Hohe Auszeichnung
durch das Land B-W
fröhliche Exkursionen
in den 70-er Jahren
fröhliche Exkursionen
in den 70-er Jahren

 

 
1982 wurde der Club für sein großes Engagement zum Nutzen des Gemeinwohls und auf kulturellem Gebiet in seiner Heimatstadt von Innenminister Roman Herzog im Rahmen einer Feierstunde im Stuttgarter Schloss geehrt. Der Club war beim landesweiten Wettbewerb zur Auszeichnung kommunalere Bürgeraktionen 1981 als Preisträger ermittelt worden.

 
Singspiel: "Der Rektrut von Philipps-
burg" Leitung: Dr. Rudolf Futterer
1988, Foto: M. Reeb
anläßlich der Dreharbeiten mit
einem Fernsehteam auf
Burg Rheinstein 1987
25järhriges Jubiläum 1985
im "Landsknechtlager"
Foto: Rosita
Heimattage 1980
auch für den Club unvergessen
Foto: E. Petrizilka

 

 

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2007
Einweihung der Bronzetafel vor Salmpyramide am 29. März

Grabmahl in Philippsburg
Foto Klara Albrecht
Bronztafel
Foto Klara Albrecht
Fast genau 207 Jahre nach dem Tod des letzten Festungskommandanten, Reichsfeldmarschall-Leutnant Rheingraf Carl August von Salm-Grumbach, soll am Donnerstag, 29. März eine Bronzetafel vor der Salmpyramide auf dem Philippsburger Friedhof angebracht werden. Die Salmpyramide aus dem Jahr 1800 ist eines der ältesten noch verbliebenen Zeitzeugen der Philippsburger Festungsgeschichte:

Es ist deshalb so spannend, weil damals die französischen Truppen in Philippsburg dem einstigen Gegner ein Denkmal setzten.

Zum Festakt auf dem Friedhof, wie auch zum anschließenden Festabend hat ein Nachfahre des ehemaligen Festungskommandanten, der Fürst von Salm-Hostmar, sein Kommen zugesagt.

Programm zum Festakt am 29.3.2007 in der Philippsburger Festhalle
1. Begrüßung durch den Präsidenten Andrè Schmitteckert
2. Musikstück der Musikschule Philippsburg Pianist: Matthias Hutter - Violine: Eva Zacharias
3. Ansprache des Ehrenpräsidenten Ekkehard Zimmermann
4. Musikstück der Musikschule Philippsburg Pianist: Matthias Hutter - Violine: Eva Zacharias
5. Geschichtliche Einführung Sprecherin Michaela Seyfarth
6. Auszug aus dem Theaterstück “ Der letzte Kommandant” Theatergruppe “Alt Udenheim - Regie Uli Pfitzenmeier
7. Höfische Tanzdarbietung Tanzgruppe: Schwetzinger Hofgesellschaft
8. Dankesworte an alle Mitwirkende und Präsentübergabe an: Durchlaucht Fürst und Fürstin von Salm-Hostmar Sprecher: Michaela Seyfarth, Uli Pfitzenmeier, Andre Schmitteckert
9. Ökumenischer Gospelchor Philippsburg

Bildgalerie

                                    
Ehrenwache am GrabKanoniereKanone

 

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Geschichte
der ehemaligen Reichsfestung Philippsburg im Wandel der Zeit

  • 784 Erste Erwähnung Udenheims im Codex Lareshamensis
  • 1191 Die Burg Udenheim wird zum erstmal genannt
  • 1316 Udenheim fällt durch Kauf an das Hochstift Speyer
  • 1338 Kaiser Ludwig der Bayer verleiht Udenheim die Stadtrechte
  • 1402 Udenheim wird fürstbischöfliche Residenz; der “Landfaut” an Bruhrain wird der erste Justiz- und Verwaltungsbeamte der Landesteile des Hochstiftes
  • 1502 Bauernverschwörung des “ Bundschuh” im Bruhrain

  • 1502 Der “Bauernkrieg” im Hochstift; der Landesherr Bischof Georg bestätigt die Privilegien unserer Stadt
  • 1540 Die städtische Schule “ Lateinschule” genannt, wird auch von Kindern aus den umliegenden Ortschaften besucht
  • 1607 Die Pest wütet in unserer Stadt
  • 1615 bis 1623 Bauarbeiten zur Umwandlung Udenheims in eine Festung auf Geheiß des Landesherrn Fürstbischof Philipp von Sötern
  • 1623 Feierliche Umbenennung Udenheims in “ Philippsburg” am 1. Mai
  • 1624 Kaspar Bamberger wird erster Kommandant der Festung
  • 1634 Der 30jährige Krieg tobt, die Schweden in Philippsburg
  • 1635 Der abenteuerliche “Simplizissimus” weilt um diese Zeit in Philippsburg und schildert die Verhältnisse in seinem Roman
  • 1644 Marschall Turenne belagert die Festung. Philippsburg bleibt bis 1676 unter französischer Herrschaft
  • 1676 Die Reichstruppen und Markgraf Hermann von Baden erobern die Stadt in schweren Kämpfen zurueck
  • 1688 Der Dauphin (franz. Thronfolger) fällt, unterstützt von den Marschällen Duras und Vauban, in die Pfalz ein und gewinnt die von Graf Stahremberg verteidigte Festung zurück
  • 1697 Im Frieden von Rijswijk fällt Philippsburg an das Reich und erhält den Charakter einer Reichsfestung
  • 1698 Thüngen wird Kommandant und schützt die Bürger vor Übergriffen
  • 1710 Grundsteinlegung zur heutigen Pfarrkirche
  • 1714 Die Philippsburger Bürgerwehr formiert sich; ihre Uniformen sind in Blau und Weiß gehalten
  • 1734 Wutgenau wird Kommandant und verteidigt die Stadt gegen die angreifenden Franzosen unter Marschall Berwick. Der Entsatz unter Prinz Eugen misslingt
  • 1792 Johan Peter Hebel weilt im “Heerlager” von Philippsburg
  • 1799 Rheingraf von Salm, der letzte Kommandant von Philippsburg. Die Stadt geht in Flammen auf
  • 1801 Die Festung wird auf Befehls Napoleons geschleift
  • 1802 Philippsburg und sein Amt fallen an Baden
  • 1826 bis 1844 Die Rheinkorrektur wird durchgeführt
  • 1837 Entstehung der Bezirksförsterei, des Forstamtes Philippsburg
  • 1848 bis 1849 Philippsburg ist Mittelpunkt der freiheitlichen Bestrebungen im Bruhrain. Beginn der Badischen Revolution
  • 1852 Gründung der Städtischen Sparkasse durch Amtsrevisor Hengst

Bildgalerie der monumentaler Wandbildmalerei
Künstler: Julius Hudec, 2008
Foto: Klara Albrecht

                    
Rückeroberung der Festung, 1676Weißes Tor um 1676König Josef I. besucht
die Festung Philippsburg
                      
Fürstbischof
Philipp Christoph von Sötern
Festungskommandanten (Thüngen, Seckendorff, Salm) Philippsburger Stadtwappen
17./18. Jahrhundert

 

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Das Kugeldenkmal von 1846 auf der großen Promenade in Philippsburg
2006

Das Denkmal ist schon seit langer Zeit in die Liste der besonders erhaltenswerten Kulturdenkmale, §2 des Denkmalschutz-Gesetz, von Baden-Württemberg auf-genommen worden. Es erinnert an das große Bombardement vom Jahre 1799 auf die Reichsfestung Philippsburg. Die Festung konnten die französischen Revolutionstruppen nicht einnehmen, aber die Häuser der Stadt wurden bis auf ganz wenigen Ausnahmen zerstört.

Im Jahr 1800 gab Napoleons den Befehl, dass sämtliche Festungsanlagen gesprengt werden mussten, Das Ende, der seit dem Dreißigjährigen Krieg berühmt geworden Oberrheinfeste, bildete gleichzeitig den Schlusspunkt der hundertfünfzigjährigen französischen Oberrheinoffensive, ausgehend von Richelieu und Ludwig XIV bis Napoleon, zu deren Testamentsvollstrecker er wurde. Sein Sieg bewirkte mit der Schaffung des Rheinbundes den großen Staatenwandel am Oberrhein.
Rest des Kriegerdenkmals
Foto Klara Albrecht

Im Jahr 1803 hörte der Bischofsstaat Speyer auf zu bestehen und Karl Friedrich Markgraf von Baden, wird der neue Herrscher eines Großherzogtums Badens. Der Rheinbund kette seine Bewohner an das Empire, so dass man seine Bewohner auch schon “Francais futurs“, “Franzosen von morgen“, nannte. Übrigens schuf Napoleon mit dem Großherzogtum Baden ein politisches Gebiet, das bis heute noch Bestand hat.

Nachdem der Bevölkerung es gelungen war, die Stadt und ihre Häuser an alter Stelle wieder aufzubauen, wurde im Jahr 1846 zu einer Geldsammlung für ein Denkmal aufgerufen, damit sich Generationen später noch an das Bombardement erinnern sollen. Der Aufstellort des Denkmals im Stadtzentrum wurde so gewählt, dass jeder, der in die Stadt kam und etwas zu erledigen hatte oder in die Kirche gehen wollte, am Denkmal vorbei ging und es sehen konnte.

Die Standorte des Denkmals

  • 1846 Der ursprüngliche Standort war auf dem Marktplatz vor der Kirche.
  • 1958 Das “Kugeldenkmal“ musste dem neuen “St. Philippusbrunnen“ weichen und wurde an den Standort des “Krieger- und Salmdenkmals“ umgesetzt.
  • 1958 Das hier stehende “Krieger- und Salmdenkmal“ erhielt seinen neuen Standort auf dem Friedhof
  • 2006 Wegen Umwelt- und Witterungsschäden wurde das Kugeldenkmal restauriert.

Das fürchterliche Bombardement von 1799

Die Festung Philippsburg, das letzte Bollwerk am Rhein, spielte während des 2. Koalitionskrieges als einzig erhalten gebliebener Stützpunkt am Oberrhein, eine nicht unbedeutende Rolle in den Kriegsgeschehnissen von 1799 bis 1800. Laut dem Tagebuch des Obersten Johann Nepomuk Triva, der die Ereignisse im Jahr 1799 mit größter Genauigkeit festhielt, kennt man die Kriegshandlungen und ihre Auswirkungen genau. In der Reichsfestung Philippsburg waren zu entsprechender Zeit 3.400 Soldaten unter dem Kommando des Reichs-Feldmarschall-Leutnant Rheingraf Carl August von Salm-Grumbach (1798-1800).

Die Feindseligkeiten begannen im März 1799, als der französische General Bernadotte, die Festung mit List und Verrat einnehmen wollte. Im September des gleichen Jahres rückte der General Leval vor die Festung und forderte Salm auf, sich kampflos zu ergeben. Am 6. September, so ist festgehalten, antwortete Salm, dass er beabsichtigte, mit allen, die ihm zur Verfügung stehenden Mitteln, den Angriff abzuwehren. Am gleichen Abend, um halb 11 Uhr beginnt Leval mit dem Angriff. Das Bombardement hielt ununterbrochen bis zum 12. September an und hatte die Stadt in Schutt und Asche gelegt, aber die Festungswälle konnten nicht gestürmt werden. Nachdem der Erzherzog Karl mit seiner Armee der Festung zu Hilfe eilte, zog es General Leval vor, die Belagerung abzubrechen.
Kugeldenkmal
Foto Klara Albrecht

Die Festung hatte dem Angriff standgehalten. Die Garnison hatte 13 Tote und 43 Verwundete zu beklagen. Salm lobt in einem Bericht die Standhaftigkeit seiner Offiziere, Soldaten und der Bevölkerung. Der Stadtpfarrer Franz Josef Staffinger, 1783-1834, katholischer Seelsorger der Philippsburger Pfarrgemeinde war bei der Beschießung selbst dabei und hatte alles Geschehene und Erlebte in das Pfarrbuch geschrieben. Er schilderte, wie die Kirche am 7. September um halb neun Uhr von Bomben getroffen wurde und in Brand geraten war. Als die Kirche und Turm in Flammen stand, sind alle 6 Glocken durch die große Hitze geschmolzen und lagen al Inschrift auf dem Denkmal zur Erinnerung an das Bombardement Schlacke auf den Boden.

Der Fürstbischof Wilderich, der am 14. Februar 1799 nach Wien geflüchtet war, beauftragte den Geheimrat Oehl, sich um die Festung zu kümmern. Dieser reiste auch sofort nach Beendigung des Bombardements nach Philippsburg und protokollierte die entsetzliche Zerstörung. “Er habe die wohlhabende Stadt Philippsburg nicht mehr, sondern einen dampfenden Schutthaufen, aus welchen einzelne Schornsteine und Mauern hervorragten, angetroffen. Die Feder sei zu schwach, um alles Fürchterliche der Verwüstung und des Elends zu schildern“. Wie durch ein Wunder hatte die Zivilbevölkerung bei all dem nur 3 Tote zu beklagen. Die Nachricht vom Unglück seiner Stadt erreichte den Bischof am 24. September 1799, der alles weitere veranlasste, um eine Unterstützung in die Wege zu leiten.

Die Bewohner standen vor den rauchenden Trümmern ihrer Häusern und machten Bestandsaufnahme von dem, was übrig geblieben war. Es war eine große Anzahl unglücklicher Einwohner, die an den “Bettelstab“ gebracht wurden.

In der amtlichen Auflistung vom 30. Januar 1800 wurde durch eine eingesetzte Kommission festgestellt, dass der Schaden an den Gebäuden 256.700 Gulden betragen hatte. Es wurden Gesamtverluste an Inventar, Vieh Futter und Gerätschaften und Immobilien im Wert von 533.458 Gulden geltend gemacht. Im Stadtarchiv Philippsburg U 88, 28.Oktober 1803, ist die Anzahl der zerstörten Wohnungen dokumentiert und erst im Jahr 1837 wurden an die Bürger die Entschädigungen für ihre Häuser ausbezahlt.

Salm’s Aufruf zur Hilfe für die Bevölkerung Philippsburg

Der Hilferuf im ganzen Reich fand ein vielfältiges Echo. Sein gedruckter Aufruf “An alle edlen Menschenfreunde“ wurde unmittelbar nach der Zerstörung der Stadt in ganz Deutschland und sogar im Ausland verteilt. Der Rheingraf Carl August von Salm-Grumbach wendet sich in seinen Schreiben an die hohen und höchsten Höfe des Adels und weltlicher Geistlichkeit. In dem Aufruf schildert der Rheingraf das schwere Bombardement und bittet im Namen der Bürger um finanzielle Hilfe für die eingeäscherte Stadt. Insgesamt verzeichnete man für die Brandkasse einen Eingang von 103 095 Gulden. Salm erlebte das Ende der Festung nicht mehr. Er starb am 08. September 1800, vier Wochen vor der Übergabe der Festung an die Franzosen.

Ein Jahr nach der Katastrophe mussten auf Befehl Napoleons sämtliche Festungsanlagen gesprengt werden, wurde bei der Bevölkerung mit gemischten Gefühlen aufgenommen. Das Ende, der seit dem Dreißigjährigen Krieg berühmt geworden Oberrheinfeste, bildet gleichzeitig den Schlusspunkt der hundertfünfzigjährigen französischen Oberrheinoffensive, ausgehend von Richelieu und Ludwig XIV bis Napoleon, zu deren Testamentsvollstrecker er wurde. Der Sieg der französischen Rheinarmee bewirkte mit der Schaffung des Rheinbundes den großen Staatenwandel am Oberrhein.
Marktplatz
Foto Klara Albrecht

Die neuen politischen Verhältnisse, die Napoleon bestimmte, führten dazu, dass sich der Erbprinz Karl Ludwig Friedrich von Baden mit der französischen Prinzessin Stephanie vermählte. Badische Truppen (Rheinbund) für Frankreich mit der napoleonischen Armee kämpften.?

Der Wiederaufbau der Stadt und Kirche

Die 1799 zerstörte katholische Kirche konnte mit der Hilfe des Großherzogs Karl Friedrich von Baden von 1808 bis 1811 wiederaufgebaut werden. Aber für die damals im Turm geschmolzenen sechs Glocken war noch kein Ersatz in Sicht, da dafür kein Geld vorhanden war. Der damalige Stadtpfarrer Franz Josef Staffinger konnte im Jahr 1809 die kleine “Josef-Glocke“ In Auftrag geben. Im Jahre 1810 konnte auf die Fürsprache des Großherzogs die große Glocke vom Kloster Schuttern nach Philippsburg geholt werden. Im Jahr 1809 erhält die Stadtkirche den Hauptaltar und zwei Nebenaltäre von der Jesuitenkirche von Baden-Baden und 1811 wurde die Orgel eingebaut. Vier weitere Glocken kamen zu einem späteren Zeitpunkt noch dazu.

Beim Wiederaufbau der Stadt, wurde der Marktplatz in seiner alten Form beibehalten. In wenigen Jahren war der Platz wieder von Bürgerhäusern umgeben. Das Rote Tor (1803), das Weiße Tor (1810) und das Schloss (1802) sind dem Abriss zum Opfer gefallen. Der Saalbach wurde um Philippsburg herumgeleitet und die Nepomukbrücke ist in der Mitte der Stadt der überflüssig geworden. Die Statue wurde herunter genommen und an der neuen Brücke wieder aufgestellt. Den Bürgern wurden Grundstücke zum Bebauen zugewiesen und nach und nach erhielten sie die Entschädigungen für ihre erlittenen Verluste ausbezahlt.

Planung und Ausführung des Denkmals

“Im Stadtarchiv findet sich ein Schreiben des großherzoglich-badischen Oberamtmannes von Reichlin-Meldegg an den Bürgermeister Balthasar Heintz mit der Mitteilung, dass die Sammlung für ein Denkmal, bis zum 31. März 1846, 151 Gulden erbracht hätte. Die restlichen ca. 153 Gulden sollte die Gemeindekasse aufbringen. Am 18. April 1846 beschloss der Gemeinderat einstimmig, diese Kosten zu übernehmen. Dabei kam den Stadtvätern die Tatsache zugute, dass zu diesem Zeitpunkt die Stadt erstmals seit 47 Jahren schuldenfrei war.“ Nach E. Zimmermann, der zur Renovierung des Denkmals im Jahr 2006 diese Recherchen durchgeführt hatte.

Man beauftragte den Philippsburger Maurermeister Karl Häußler mit der Planung und Ausführung des Denkmals. Das Denkmal besteht aus einem vier-stufigen Aufbau, der zwei-stufigen Grundplatte, dem Korpusunterteil, dem wuchtigen Denkmalskörper mit quadratischem Grundriss und oben die pyramidenförmige aufeinander geschichteten Kanonen- und Mörserkugeln. Als Material wurde ein hellgelber Sandstein ausgewählt. An einer Seite ist die Inschrift zur Erinnerung an das Bombardement und auf der gegenüberliegenden Seite ist dokumentiert, zu welcher Zeit das Denkmal errichtet worden ist. Somit blieben zwei Seiten unbeschriftet und dem kundigen Betrachter bleibt die Frage unbeantwortet, warum man dem Rheingrafen Carl August von Salm-Grumbach keine Zeile des Gedenkens schenkte?

Inschrift auf dem Denkmal zur Erinnerung an den Großherzog
Kugeldenkmal
Stadtarchiv

Die aufgesetzte Pyramide mit den Kugeln sollte unmissverständlich daran erinnern, dass die Zerstörung der Stadt durch die Kanonen, Mörser und Haubitzen der französischen Revolutionsarmee erfolgte. Die einzelnen Geschosse hatten damals schon ein Gewicht bis zu 130 Pfund und konnten als Vollkugeln, Brandbomben oder auch Explosivgeschosse verschossen werden. Die “glatte“ Kanonen schossen nur mit Vollkugeln und Kartätschen. Die Haubitzen und Mörser verschossen Hohlgeschosse mit Sprengladungen oder Brandfüllungen.

Die Kugeln auf dem Denkmal sehen bei heutiger Betrachtung doch sehr antiquiert aus und man kann erkennen, welch rasante Entwicklung die Waffentechnik seit dieser Zeit genommen hat.

Die Denkmalsübergabe im Jahr 1846 und die Zeit bis 1958

Über die Feierlichkeiten bei der Einweihung des Denkmals ist wenig überliefert. Nur eine historische Quelle berichtete, dass bei der Einweihung des Denkmals, die Bürger, die sich an den napoleonischen Feldzügen beteiligt hatten, unter Vorantritt der Bürgerwehr besonders ausgezeichnet wurden. Zwei Jahre später 1848/49 wurde der Marktplatz und das Denkmal stand wieder im Mittelpunkt, als sich die Freischärler und Bürgerwehren versammeln, um gegen die autoritären Regime zu kämpfen. Der Großherzog musste aufgrund der Revolution aus Karlsruhe fliehen und ging mit einem kleinen Teil seines Hofstaates bei Rheinsheim über den Rhein, um in der Festung Germersheim Schutz zu suchen.

In der Folgezeit, vor allem in den Jahren vor dem ersten Weltkrieg, galt das “Kugeldenkmal“ neben dem “Krieger- und Salmdenkmal“ als besondere Sehenswürdigkeiten und wurden oft bei Ortsbeschreibungen genannt. Bei der Neugestaltung des Marktplatzes und der Promenade im Jahre 1958 kam es zur Verlegung auf den jetzigen Standort.

Restaurierung im Jahr 2006

  • Vorrangig hatte sich der “Heimatverein Philippsburg e.V.“ und der “Club Rheingraf von Salm e.V“ .für die Restaurierung des Denkmals eingesetzt. Im Gemeinderat wurde der Entschluss gefasst, die Restaurierung unverzüglich durchzuführen und nach Möglichkeit weitestgehend den ursprünglichen Zustand vom Jahr 1846 wiederherzustellen.
  • bDer Steinblock ist zu restaurieren
  • Die Pyramide der Kanonenkugeln ist nach dem alten Aufbauschema zu rekonstruieren.
  • Die fehlenden Mörserkugeln sind zu ergänzen.
  • Das Denkmal soll wieder eine Einfriedung erhalten.

Witterung- und Umwelteinflüsse haben den hellgelben Sandstein stark zugesetzt. Durch die marode Abdeckung auf dem Steinblock konnte Feuchtigkeit von oben in den Stein eindringen und der Block saugte sich mit Feuchtigkeit voll. Er speicherte Innen mehr Feuchtigkeit als über die Außenflächen verdunsten konnte. Da sich die Verwitterung schon über einen längeren Zeitraum bemerkbar gemacht hatte, war eine gründliche Restaurierung erforderlich. Die Befestigung, der auf dem Denkmal befindlichen Kanonenkugeln, war durchoxidiert und einzelne Kugeln drohten herunterzufallen. Darüber hinaus war bei der Umsetzung des Denkmals im Jahr 1958, die Pyramide der Kanonenkugeln aus nicht mehr ersichtlichen Gründen, durch das Fehlen einiger Kugeln unvollständig zusammengesetzt worden. Zur Wiederherstellung des ursprünglichen Zustandes mussten einige große Kugeln nachgegossen werden. Bernd Steinel, ein Heimatliebender Philippsburger, bot sich an, die fehlenden Kugeln nachgießen zu lassen. In der Gießerei der Fa. Heidelberger Druckmaschinenfabrik, stellten Auszubildende in der Lehrwerkstatt in Amstetten/Württ. nach einer Originalkugel sechs Abgüsse her. Hierfür ein herzliches Dankeschön an alle Beteiligten.

Das Architekturbüro Wilfried Seyfarth, Philippsburg, wurde vom Gemeinderat mit der Leitung beauftragt, die Sanierung durchzuführen. Die Steinmetz- Firma Mathias Jost führte die Restaurierung durch. Die verwitterten Bereiche wurden aus dem Sandsteinblock herausgeschnitten und sind durch neue Sandsteinteile ersetzt worden.
Bürgermeister Stefan Martus bei der Ansprache.
Im Hintergrund eine historische Gruppe aus dem
Theaterstück “Der letzte Kommandant“, aufgeführt
1999, von Uli Pfitzenmeier, Theatergruppe
“Alt-Udenheim“
Die dem Original nachgebildete Einfriedung wurde vom Städtischen Bauhof, Schlosserei, gefertigt, der auch die fachgerechte Aufstellung und Verankerung vornahm. Dazu musste der Platz um den Denkmalsockel umgestaltet werden. Für die Bepflanzung um das Denkmal war ebenfalls der Bauhof, Gärtnerei, zuständig.

Fertigstellung und Übergabe am 12.10.2006 Bürgermeister Stefan Martus bei der Ansprache. Im Hintergrund eine historische Gruppe aus dem Theaterstück “Der letzte Kommandant“, aufgeführt 1999, von Uli Pfitzenmeier, Theatergruppe “Alt-Udenheim“

Im Rahmen einer kleinen Feierstunde wurde die Bevölkerung eingeladen, um das restaurierte Denkmal der Öffentlichkeit zu übergeben. Die Stadt Philippsburg und die Sparkasse Karlsruhe, Kulturstiftung, die das Projekt mit einer erheblichen Summe unterstützt hatte, konnte mit Genugtuung feststellen, dass bei der Bevölkerung die Renovierung einen großen Zuspruch fand. Vom Club Rheingraf von Salm kam eine Abordnung der Theatergruppe “Alt Udenheim“ in historischen Uniformen, um an die Zeit von 1846 zu erinnern, als das Denkmal eingeweiht worden ist.

Ekkehard Zimmermann hielt einen geschichtlichen Abriss über das Denkmal und seine Zeit.

Bürgermeister Stefan Martus und Manfred Blum, Vorstandsmitglied der Sparkasse Karlsruhe nahmen nach einigen historischen Betrachtungen über das Denkmal die Widerenthüllung des Denkmals vor. In den Räumen der Sparkasse gab es im Anschluss noch einen Imbiss und Umtrunk, um über das Ergebnis der Restaurierung zu diskutieren und darauf anzustoßen.

Mehr über das Kugeldenkmal beim Heimatverein Philippsburg.

 

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